St. Josef Krankenhaus Linnich
1888 - 2023
- 1888: Gründung als Pflegehaus mit 50 Betten durch die Christenserinnen.
- Zwischen 1974 und 1991: Weiterentwicklung der laparoskopischen Chirurgie ("Knopflochtechnik") durch den Chefarzt Friedrich Götz.
- 1990: Schließung der Gynäkologie und Geburtshilfe aufgrund rückläufiger Zahlen.
- 1999: Einweihung des neuen OP-Neubaus und der Intensivstation.
- 2002: Übertragung des Krankenhauses an die Caritas Trägergesellschaft West.
- 2004: 4.616 stationäre Patienten, 10.053 ambulante Patienten, 4.567 teilstationäre Dialysen.
- 2005: 300 Mitarbeiter, 180 Betten, 10 Dialysebetten im Krankenhaus.
- 2005-2014: Jann Habbinga leitet das Krankenhaus 9 Jahre als Verwaltungschef.
- 2008: Nach Modernisierungsmaßnahmen 270 Mitarbeiter, 140 Betten.
- 2018: Zusammenführung der Klinik Linnich und Jülich zu den Katholischen Nordkreis-Kliniken Linnich und Jülich GmbH (KNK).
- 2019: Josefs Gesellschaft aus Köln wird Mehrheitsgesellschafter.
- 2020: Im St. Josef Krankenhaus in Linnich werden 4215 vollstationäre, 218 teilstationäre und 13652 ambulante Patienten versorgt. Dazu kommen 3 sanierte OP-Säle mit 3600 durchgeführten Narkosen jährlich.
- 2022: Aufgrund gestiegener Energie- und Verbrauchsmaterialpreise meldete die KNK ein Sanierungsverfahren in Eigenverantwortung an.
- 2023: Im Februar wurde das Insolvenzverfahren eröffnet. Vor Ablauf der Entscheidungsfrist für die Stadt Linnich am 23. Februar wurde ein vorläufiger Gläubigerausschuss einberufen, der sich für den Weiterbetrieb der Jülicher Klinik aussprach.
Ausführliche Erklärung des Stadtrates zur Klinikschliessung (Link extern)
Entschlossener Protest und Schließung des St. Josef Krankenhauses
Der Kampf für den Erhalt des St. Josef Krankenhauses in Linnich war geprägt von einer starken und engagierten Gemeinschaft. Am 12. März versammelten sich etwa 1500 Menschen unter den Slogans "Linnich kämpft - St. Josef muss bleiben" und "Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns St. Josef klaut", um gegen die drohende Schließung zu demonstrieren. Die Entschlossenheit dieser Menschen war unübersehbar, als sie gemeinsam für den Fortbestand des Krankenhauses eintraten.
Bereits am folgenden Montag, dem 13. März, formierte sich erneuter Protest gegen die Ausräumung der modernen Ausstattung des Krankenhauses. Die Bürgerinnen und Bürger ließen nicht nach und machten ihre Stimme erneut lautstark hörbar, um den Verlust der wertvollen Ressourcen des Krankenhauses zu verhindern.
Trotz all dieser Bemühungen konnte die Schließung des Krankenhauses nicht abgewendet werden. Am 31. März wurde das St. Josef Krankenhaus schließlich komplett geschlossen, was eine tiefe Lücke in der Gesundheitsversorgung der Region hinterließ.
Das Krankenhaus war eine wichtige Anlaufstelle mit fünf Fachabteilungen:
- Klinik für Innere Medizin
- Klinik für Nephrologie und Dialyse
- Klinik für Spezielle Orthopädie, Unfall- und Wirbelsäulenchirurgie
- Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie
- Fachabteilung für Anästhesie und Intensivmedizin
Das Leistungsspektrum war vielfältig und umfasste:
- Allgemein- und Viszeralchirurgie
- Anästhesie und Intensivmedizin mit telemedizinischer Anbindung an die Uniklinik RWTH Aachen
- Demensensibles Krankenhaus
- Ernährungsberatung
- Familiale Pflege
- Innere Medizin mit Kardiologie und Gastroenterologie
- Nephrologie und Dialyse
- Physiotherapie sowie Präventionsangebote im Gesundheitszentrum Linnich
- Radiologie mit CT und teleradiologischer Anbindung
- Spezielle Orthopädie, Unfall- und Wirbelsäulenchirurgie
Die Schließung des St. Josef Krankenhauses markierte das Ende einer Ära, in der medizinische Versorgung, Gemeinschaft und Engagement Hand in Hand gingen.
Quellen:Wikipedia, St. Josef Krankenhaus Linnich, Presseerklärung Bürgerinitiative